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Dr.-Ing. Jens Reichel, HKM Hüttenwerke Krupp Mannesmann, Duisburg

Vortrag: Struktur, Beschreibung und Kommunikation industrieller Dienstleistungen für die Instandhaltung

Im Rahmen der MAINTAIN 2012, die vom 16. - 18. Oktober stattgefunden, fand das Forum "Macher & Märkte" statt. Dieses hat mit seinen qualifizierten Fachvoträgen von ausstellenden Unternehmen und Partnerverbänden die ganze Themenvielfalt und Trends der Instandhaltung abgedeckt.

In diesem Rahmen hat Herr Dr. Reichel einen Vortrag mit dem Thema "Beschreibung und Kommunikation industrieller Dienstleistungen für die Instandhaltung" gehalten. Die zugehörige Präsentation haben wir Ihnen als  PDF-Datei  zur Verfügung gestellt.

Instandhaltung von heute und morgen

Armin Schneider, Leiter Technical Services Hanau, Dr. Jens Reichel, Vorsitzender VDI-Fachausschuss Instandhaltung und IPW GmbH-Chef Dr. Franz Merath (Foto: Günter Trapp)

Mitte Juni fand das 33. VDI/VDEh-Forum Instandhaltung im Industriepark Wolfgang statt. Knapp 50 Teilnehmer nahmen an der zweitägigen Veranstaltung teil.

„Instandhaltung 2012 im nationalen und internationalen Wettbewerb“ war das Motto der diesjährigen Veranstaltung, die vom VDI und der Business Line Technik in Hanau organisiert wurde. „Das Forum ist eine tolle Einrichtung, um sich über aktuelle Trends zu informieren. Es freut uns, dass das Forum 2012 im Industriepark Wolfgang stattfindet“, so Dr. Franz Merath, Geschäftsführer der Industriepark Wolfgang GmbH, der die Veranstaltung damit eröffnete.

Einmal im Jahr veranstaltet der VDI zusammen mit wechselnden Unternehmen das Forum Instandhaltung – eine Plattform, auf der Experten aus Praxis und Wissenschaft über neue Strömungen in der Instandhaltung diskutieren können. Dieses Mal standen die Themen Energieeffizienz, Organisation und Ingenieurnachwuchs auf dem Programm.

Unter den Referenten waren auch Mitarbeiter von Evonik, wie Dr. Wilhelm Otten, Leiter Serviceline Technik Site Services oder Kerstin Cziesla, Energiemanagerin der Business Line Technik. Dr.Theo Fecher vom Evonik-Bildungszentrum Rhein-Main stellte die Zusammenarbeit mit der Dualen Hochschule Baden-Württemberg vor – unterstützt wurde er dabei von Friederike Rhein, die gerade ihre duale Ausbildung absolviert.

„Das Forum Instandhaltung 2012 war eine sehr gelungene Veranstaltung“, so das positive Fazit von Jean Haeffs, Geschäftsführer der VDI Gesellschaft Produktion und Logistik. „Gerade die Mischung zwischen Vorträgen aus der Praxis und aus der theoretischen Hochschulwelt war sehr interessant.“

In einem Jahr wird das nächste Forum stattfinden – dann bei Daimler.

 

Kooperation Wirtschaftsverband für Industrieservice WVIS und Fokus Instandhaltung unterzeichnet (11.10.2011)

Anläßlich der Industrieservicetage in Düsseldorf wurde am 11.10.2011 die Zusammenarbeit zwischen dem Wirtschaftsverband für Industrieservice WVIS und dem Fokus Instandhaltung besiegelt. Mit dem geschlossenen Kooperationsvertrag wollen beide Institutionen die Interessen der Instandhaltung gemeinsam stärken sowie auf ausgesuchten Feldern Konzepte und Methoden erarbeiten und in Industrie, Gesellschaft und Politik einbringen.
Dazu wurden interdisziplinäre Arbeitsgruppen eingerichtet, die sich mit den Themen Ausbildung, Qualifizierung, Zertifizierung und Standards einerseits und innovativer Modelle für ergebnisorientierte Leistungsvergütung in der Instandhaltung andererseits auseinandersetzen werden. Eine dritte Gruppe wird sich Anfang kommenden Jahres konstituieren, um ein stärkeres Sprachrohr gegenüber der Politik zu bilden. Die außerordentliche Bedeutung der Instandhaltung für den Produktionsstandort Deutschland mit seinen hochautomatisierten Produktionsanlagen ist ein entscheidender Wettbewerbsfaktor, der im Handeln unserer Politiker noch keine adäquaten Niederschlag gefunden hat.

Die hiermit mögliche gewordene Bündelung der Aktivitäten der Instandhaltungsverbände und der Unternehmen des Industrieservice wird nicht nur maßgebliche Beiträge zur Qualität und Produktivität von Instandhaltungsleistungen in der deutschen Industrielandschaft liefern, sondern auch die Basis für den Aufbau einer deutschen Marke ‚Instandhaltung‘ im europäischen Wettbewerb bilden.

Studie Instandhaltungsaufwand in Deutschland

Instandhaltungsaufwendungen in der deutschen Volkswirtschaft 2009

In Zusammenarbeit zwischen dem Fokus Instandhaltung und der Frankfurt School of Finance & Management wurde eine Untersuchung „Instandhaltung des Kapitalstocks in Deutschland – Rolle und volkswirtschaftliche Bedeutung“ durchgeführt. Für diese Arbeit erfolgte die Berechnung von Instandhaltungsaufwendungen der deutschen Volkswirtschaft für das Jahr 2009. Die Bezugsgröße der Berechnung ist dabei das vorhandene Bruttoanlagevermögen zu Wiederbeschaffungspreisen, im Jahr 2009 waren dieses 13.242,36 Mrd. EUR.

Es liegt in einer Unterteilung für 85 unterschiedliche Wirtschaftsbereiche vor. Auf dieser Detailebene wird nochmals zwischen den zwei Kategorien „Bauten“ (insgesamt 11.094,48 Mrd. EUR) und „Ausrüstungen und sonstige Anlagen“ (insgesamt 2.147,88 Mrd. EUR) unterschieden. Auf das Anlagevermögen pro Wirtschaftsbereich wurden dann in der aktuell ermittelte Instandhaltungsraten pro Wirtschaftsbereich angewandt.  Diese Kennzahl beschreibt die jährlichen Instandhaltungskosten im Bezug zum Wiederbeschaffungswerten der instand zu haltenden Gegenstände.

Hier liegt der wesentliche Unterschied zu bisherigen Studien, die eine Ableitung des Instandhaltungsaufwands aus dem Anlagevermögen anhand einer einzigen durchschnittlichen Kennzahl  – pro Bereich Mobilien und Immobilien – vornehmen. Betrachtet man die einzelnen unterschiedlichen Anlagen und technischen Einrichtungen ist eine breite Streuung der Kennzahlenwerte in einer Bandbreite zwischen 1,5% und 16,7% festzustellen.

Innerhalb einer Branche werden jedoch häufig ähnlich instandhaltungsaufwendige Anlagen betrieben, sodass eine Verfeinerung der Berechnungsmethode mit Berücksichtigung durchschnittlicher Branchenkennzahlen sinnvoll ist. Die Streubreite der genutzten Branchenwerte lag dabei im Bereich von 2% bis 9,7%. Da Gebäude durchweg eine recht ähnliche Struktur in ihrer Bauweise und damit auch in der Instandhaltungsintensität aufweisen, wurde für den Bereich der Bauten eine einheitliche Instandhaltungsrate von 0,9% angenommen.

Aus den Berechnungen ergibt sich für das Jahr 2009 ein Kostenblock von 212,20 Mrd. EUR für Instandhaltungsaufwendungen des Anlagevermögens. Dieses entspricht einer durchschnittlich nach dem Anlagevermögen gewichteten Instandhaltungsrate von 1,6%. Für den Teilbereich „Ausrüstungen und sonstige Anlagen“ ergibt sich bei einem Anlagevermögen von 2.147,80 Mrd. EUR ein geschätzter Instandhaltungsaufwand von 112,35 Mrd. EUR, was einer durchschnittlich nach dem Anlagevermögen gewichteten Instandhaltungsrate von 5,23% entspricht. Im Teil „Bauten“ wird aus einem Bruttoanlagevermögen von 11.094,48 Mrd. EUR ein Aufwand für Instandhaltung in Höhe von 99,85 Mrd. EUR abgeleitet. Dabei ist die Instandhaltung der „Ausrüstungen und sonstigen Anlagen“ mit einem Anteil von 52,95% am Gesamtaufwand leicht teurer als die Instandhaltung der Bauten, die einen Anteil von 47,05% einnehmen.
In der Praxis zeigt sich, dass es durch nicht rechtzeitig getätigte Instandhaltung immer wieder  zu Ausfällen im Leistungs- bzw. Produktionsprozess kommt. Selbst wenn Instandhaltung so perfekt betrieben wird, dass aus diesem Grund keine Stillstands Zeiten zu erwarten sind, muss Instandhaltung in gewissen zeitlichen Wartungsfenstern betrieben werden, die wiederum den Leistungsprozess bremsen. Experten schätzen, dass um diesen Ausfallkosten gerecht zu werden, die direkten Instandhaltungskosten mit einem Faktor zwischen drei und fünf multipliziert werden müssen.  Diese erweiterten Instandhaltungskosten liegen dann in einer Bandbreite von 765,51 – 1.275,85 Mrd. EUR. Eine genaue Einschätzung der Kosten ist so gesehen schwierig. Zumal gerade bei der Messung der Instandhaltungsraten, durch uneinheitlichen Einbezug von Kosten und Schwankungen im Konjunkturverlauf, ein Fehlerpotenzial gegeben ist. Unterschiedliche Konjunkturszenarien können dabei verschiedene Anreize geben die Planung von Instandhaltungsmaßnahmen zu senken, aber auch erhöhen.

Fokus Instandhaltung

Ein Zusammenschluss von Verbänden der Instandhaltungsbranche zur Stärkung der Instandhaltung in Deutschland

Zwanzig Instandhaltungsexperten aus zehn europäischen Industrienationen haben am 11.Oktober 2010 in Mailand im Rahmen des Europäischen Komitees für Normung (CEN) sowie des Technischen Komitees Instandhaltung (TC 319) das Thema Normen für die Instandhaltung diskutiert. Aufgrund der außerordentlichen Bedeutung dieses Themas war Deutschland mit vier Delegationsmitgliedern des „Fokus Instandhaltung“ bei dem Treffen vertreten. Ähnlich starke Delegationen stellten auch Finnland und Italien. Ziel des Technischen Komitees Instandhaltung ist es, die Vereinbarung von einheitlichen, europäischen Richtlinien und Normen auf dem Gebiet der Instandhaltung. Hier sind derzeit europäische Aktivitäten zu den Themengebieten Dokumentation, Instandhaltungsverträgen und Kennzahlen zu koordinieren.

Auf Vorschlag der finnischen Delegation wurde eine neue Arbeitsgruppe zum Thema Asset Management etabliert. Sie soll dafür sorgen, dass Instandhaltungsaspekte innerhalb des Asset Management  einen eigenen Schwerpunkt finden. Für die deutsche Delegation war das Thema „Qualifikation des Instandhaltungspersonals“ von besonderer Bedeutung.

Deutscher Vorschlag erfolgreich:
Auf Initiative des „Fokus Instandhaltung“ hat das Deutsche Institut für Normung (DIN) im September 2009 einen Normenantrag zur Qualifikation des Instandhaltungspersonals beim European Committee for Standardization (CEN) eingereicht. Für Dr. Jens Reichel, Vorsitzender des VDI-Fachausschusses Instandhaltung, war die deutsche Initiative ein Erfolg: “Der Vorschlag wurde durchweg positiv angenommen. Dies ist eine gute Nachricht für den Produktionsstandort Deutschland und die deutsche Industrie, die auch in Zukunft weiter gestärkt werden muss. Die Zusammenarbeit der deutschen Instandhaltungsverbände im „Fokus Instandhaltung“ hat sich bewährt. Wir konnten mit starker Stimme sprechen“.  

Auf Grundlage des deutschen Vorschlags wird eine Arbeitsgruppe eine Europäische Norm (EN) vorbereiten. Hier werden die Aspekte der anderen europäischen Mitgliedsländer in den deutschen Vorschlag eingearbeitet. Das nächste Treffen ist für März 2011 geplant.

Kontakt:
Dr. Jens Reichel
Tel.: 0203 / 999-2986
E-Mail: jens.reichel@hkm.de

Dipl.-Ing. Jean Haeffs
Tel.:
0211 / 6214-281
E-Mail: haeffs@vdi.de